Roma-Tag Festival: GEDENKVERANSTALTUNG mit Kranzniederlegung am Karlsplatz

8. Apr./17:30
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Roma-Tag Festival: GEDENKVERANSTALTUNG mit Kranzniederlegung am Karlsplatz

8. Apr./17:30

Erinnerungen von Hildegard Reinhardt
aus dem Buch „Brennesselhaut“ von Iris Lemanczyk
gelesen von Elke Martin:

Roma-Tag Festival 2022: Gedenkveranstaltung am Karlsplatz

/ Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung

/ anschliessend Konzert

8. APR.

Fr, 17:30

Zum Internationalen Tag der Sinti und Roma

Aufruf zur Solidarität mit den Sinti und Roma Europas

Roma und Sinti, Europas größte Minderheit, werden auf dem gesamten Kontinent aufgrund jahrhundertealter Vorurteile ausgegrenzt und benachteiligt. Das ist Antiziganismus. Dieser Rassismus gegen Sinti und Roma hat in den vergangenen Jahren europaweit eine neue Dimension erreicht. Auch in Deutschland sind die seit vielen Generationen hier beheimateten Sinti, die in den letzten Jahrzehnten zugewanderten und die derzeit asylsuchenden Roma Antiziganismus in allen Lebensbereichen ausgesetzt.
Im Süden und Osten Europas leben die meisten Roma infolge des Antiziganismus in bitterer Armut. Bildung, die Chance auf Arbeit und Teilhabe an der Gesellschaft werden ihnen verwehrt. Sie erleben ständige Anfeindungen und gewaltbereiten Hass bis hin zum Mord. Von der Flucht in die Staaten Kerneuropas erhoffen sie sich ein menschenwürdiges und sicheres Leben. Doch stoßen sie hier erneut auf Antiziganismus. In der Flüchtlingsdebatte werden Roma zu Sündenböcken für die Überforderung der europäischen Gesellschaften gemacht.
Antiziganismus ist Alltag in Europa.
Das ist nicht hinnehmbar!
Angesichts der nationalsozialistischen Verbrechen und ihrer Millionen Opfer – darunter mehrere Hunderttausend Roma und Sinti – trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für die Wahrung der Menschenrechte. Zugleich versteht sich die aufgrund der Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges gegründete Europäische Union als Gemeinschaft der Werte. Der höchste dieser Werte ist der Schutz der »unverletzlichen und unveräußerlichen Rechte des Menschen« (Präambel des Vertrags über die Europäische Union).

/ Veranstaltungsort: Stauffenbergplatz/Karlsplatz Stuttgart (neben dem Alten Schloss)

  • Ab 13. März 1943 wurden aus 29 Orten in Württemberg-Hohenzollern 234 Sinti nach Stuttgart
    verschleppt. Sie kamen u.a. aus Ravensburg, Magstadt, Schorndorf, Heilbronn.
    Am Abend des 15. März 1943 wurden diese Sinti am Güterbahnhof Stuttgart in die Waggons getrieben und deportiert. Am 18. März 1943 erreichte der Zug Auschwitz-Birkenau. Die entsetzlichen Zustände in Auschwitz-Birkenau haben die Wenigsten überlebt. Die Hälfte der Deportierten waren Kinder unter 16 Jahren .
    Aus Cannstatt:
    August Reinhardt 29 Jahre, Maria Reinhardt, 25 Jahre, Johann Heini Reinhardt, 4 Jahre
    Heinz Georg Kling, 12 Jahre, Josef Kling, 9 Jahre
    Maria Reinhardt 23 Jahre, Katharina Friederike Reinhardt, 34 Jahre
    Die Schwestern Philomena Köhler, 22 Jahre, und Theresia Köhler, 24 Jahre
    Aus Feuerbach:
    Franz Reinhardt, 40 Jahre, Johanna Reinhardt, 34 Jahre mit ihren Kindern Josef, 17 Jahre, Rudi, 15 Jahre, Adela Jolanda, 13 Jahre, Julietta, 6 Jahre, Roswitha, 5 Jahre
    Maria Adelheid Reinhardt, 20 Jahre
    Aus Zuffenhausen:
    Ernst Janson, 27 Jahre, die Geschwister Gisela Kling, 13 Jahre, Johann Kling, 4 Jahre, Johanna Kling, 15 Jahre und Marta Kling, 6 Jahre
    August Reinhardt, 46 Jahre und Amalie Reinhardt, 52 Jahre mit ihren Töchtern Lydia, 17 Jahre, und Johanna, 14 Jahre
    Aus Stuttgart-Mitte;
    Albert Reinhart, 33 Jahre, und Paulina Reinhart, 17 Jahre, mit ihren Kindern Siegfried, 1 Jahr, und Brunhilde, 3 Jahre
    Karl Kreuz, 24 Jahre
    Martha Winter, 25 Jahre, und ihre Tochter Irene, 3 Jahre
    Aus Stuttgart-Vaihingen
    Friederike Reinhardt, 20 Jahre

    Recherche: Elke Martin, AnStifter-Projekte gegen Gewalt und Vergessen